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Frühjahrs-Check im Handwerk

So starten Betriebe sicher und effizient in die Saison

Nach den Wintermonaten erwacht der Betrieb wieder zum Leben: Aufträge ziehen an, die Flotte rollt häufiger, Maschinen laufen im Dauereinsatz. Genau jetzt entscheidet sich, ob der Saisonstart ruhig und produktiv verläuft – oder ob ungeplante Ausfälle, Materialengpässe und Ärger auf der Baustelle den Kalender durcheinanderbringen. Ein strukturierter Frühjahrs‑Check ist deshalb weit mehr als Routine. Er ist eine Investition in Effizienz und Sicherheit.

Maschinen und Geräte: Der erste große Rundgang

Viele Geräte standen in kalten Containern, Fahrzeuge waren Frost und Feuchtigkeit ausgesetzt, Akkus wurden selten bewegt und auch im Lager hat sich Material angesammelt, das im Dezember noch dringend gebraucht wurde – heute aber nur Platz blockiert.

Die Erfahrung vieler Betriebe zeigt: Wer im März prüft, spart im Mai Nerven: Ein kaputtes Ladegerät, ein defekter Reifen oder fehlende Schrauben sind für sich genommen Kleinigkeiten, aber sie entscheiden darüber, ob ein Team pünktlich starten kann.

Eine klassische Fehlerquelle im Frühling: Maschinen laufen nicht, weil sie den Winter schlecht überstanden haben. Deshalb lohnt sich ein gründlicher Rundgang durch Werkstatt oder Gerätekoffer.

5 wichtige Prüfpunkte im Überblick:

  • Akku‑Kapazitäten testen (viele verlieren im Winter 10 – 20 %)
  • Kabel, Schalter und Sicherheitseinrichtungen prüfen
  • Betriebsstoffe nachfüllen und Schmierpunkte kontrollieren
  • Filter reinigen oder austauschen
  • Verschleißteile (Sägeblätter, Schleifscheiben, Bohrer) erneuern

Praxisbeobachtung aus vielen Betrieben:
Kleine Schäden, die „eigentlich kein Problem“ sind, können sich unterm Strich summieren. Ein kaputter Gummifuß hier, ein rissiges Kabel dort – genau diese Dinge führen später zu Ausfällen.

Typische Winter-Schäden, die erst im Frühjahr auffallen

  • aufgeblähte Akkus
  • Korrosion an Maschinenfüßen und Kontaktstellen
  • spröde Kabelisolierungen
  • blockierte Lüfter durch Staub und Feuchtigkeit
  • feuchte oder eingelaufene Lager

UVV und Sicherheitschecks: Jetzt statt später

Viele Betriebe schieben die UVV‑Prüfungen in den Frühsommer – genau dann, wenn der Kalender voll ist und jede Maschine gebraucht wird. Ein Termin im März hingegen läuft entspannter ab und verhindert, dass ein Gerät ausgerechnet im laufenden Projekt aus dem Verkehr gezogen werden muss. Deshalb gilt beim Stichwort Arbeitssicherheit: first things first!

Ein Vorteil: Wer Prüfprotokolle bereits jetzt aktualisiert, spart sich in der Bau-Hochsaison bürokratischen Aufwand.

Was sind UVV-Prüfungen?

UVV‑Prüfungen sind gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitskontrollen für Arbeitsmittel in Handwerksbetrieben. „UVV“ steht dabei für Unfallverhütungsvorschriften. Das Ziel: Unfälle vermeiden, Mitarbeitende schützen und den Versicherungsschutz sicherstellen.

Was wird geprüft?

# Leitern und Tritte

Wie oft?
In der Regel einmal jährlich, bei manchen Arbeitsmitteln häufiger.

# Maschinen und Elektrowerkzeuge

# Fahrzeuge und Anhänger

Wer prüft?
Eine „befähigte Person“ mit fachlicher Qualifikation und Kenntnis der DGUV‑Regeln.

# PSA (z. B. Helme, Auffanggurte)

# Hebezeuge und Lastaufnahmemittel                                                                                 

Warum wichtig?
Nur geprüfte Arbeitsmittel dürfen im Betrieb eingesetzt werden – sonst drohen Unfälle, Ausfälle und Probleme im Schadensfall.

Lager: Reste raus, Struktur rein

In vielen Handwerksbetrieben ist das Lager nach dem Winter eine kleine Wundertüte. Halbvolle Eimer, beschädigte Kartons oder einzelne Teile, von denen niemand mehr genau weiß, wofür sie ursprünglich gedacht waren. Wer sich jetzt ertappt fühlt, sollte nicht länger warten.

Ein März‑Frühjahrsputz schafft

  • mehr Übersicht
  • weniger Suchzeiten
  • eindeutige Mindestbestände
  • weniger Fehlausgaben
  • bessere Planung der kommenden Monate

Checkliste: Lageroptimierung in 30 Minuten

  • Regale von Saisonware befreien
  • Frostschäden prüfen (Dichtstoffe, Farbeimer, PU-Schaum)
  • Mindestbestände aktualisieren
  • Gebrochene Kisten ersetzen
  • Außenlager und Container ausräumen
  • Verbrauchsmaterialien bündeln (Schrauben, Dübel, Kleinteile)
Übrigens: Viele Materialien reagieren empfindlich auf Frost, speziell Farben, Kleber, Dichtstoffe oder chemische Produkte verlieren deutlich an Qualität. Beim Frühjahrs-Check geht es also auch darum, Reklamationen zu vermeiden und die Kundenzufriedenheit zu gewährleisten.

Was jetzt wichtig ist:

  • Laderaum reinigen (Winterdreck = Rostrisiko)
  • Ladungssicherungssysteme prüfen
  • Werkzeughalter auf festen Sitz checken
  • Anhängersteuerung & Kupplung inspizieren

  • Elektrik testen

Die Flotte: Sauber, sicher, einsatzbereit

Für viele Gewerke ist der Transport die zentrale Voraussetzung für tägliche Produktivität. Der Frühjahrs‑Check beginnt mit den Klassikern: Reifen, Bremsen, Beleuchtung, Flüssigkeitsstände – idealerweise natürlich in der Werkstatt prüfen lassen. Doch oft wird vergessen, dass der Innenraum genauso entscheidend ist.

Unordnung hinten im Transporter verlängert die Rüstzeit am Morgen, das erzeugt nicht nur Stress, sondern ist ineffizient. Davon abgesehen ist der eigene Fuhrparkt ein rollendes Aushängeschild des Unternehmens und damit imagerelevant.

    Tipp: Gerade bei älteren Fahrzeugen lohnt sich ein kurzer Blick auf Dichtungen und Unterboden – Streusalz wirkt auch nach dem Winter weiter.

    Organisatorischer Feinschliff:

    Je klarer die Abläufe, desto weniger Überraschungen warten im Alltag. Deshalb ist der Frühjahrs‑Check bestenfalls kein Einzeltermin, sondern der Startschuss in einen strukturierten Saisonablauf.

    Schon kleine Eingriffe an der Struktur sparen täglich Minuten – im Monat summiert sich das schnell auf mehrere Stunden. Mit diesen Tipps und klaren Zuständigkeiten können Betriebe einfache Routinen etablieren.

    4 Tipps für kleine Routinen mit Effekt:

    • wöchentliche Mini‑Checks (5 Minuten pro Kolonne)
    • digitale Wartungspläne (z. B. über eine App oder QR‑Code am Gerät)
    • feste Verantwortlichkeiten für Fahrzeug, Lager oder Maschinen
    • kurze Übergabeprotokolle bei wechselnden Teams

    Fazit: Ein sauber vorbereiteter Saisonstart ist kein Luxus, sondern spart Zeit und damit bares Geld. Wer im März prüft, sortiert und plant, sichert einen reibungslosen Betrieb – und schafft die Basis für eine erfolgreiche Handwerks-Saison.

    Quellen / Weiterlesen:

    DGUV – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
    Richtlinien zu Wartung, UVV-Prüfungen und Arbeitssicherheit
    www.dguv.de

    ADAC Technik & Werkstatt
    Hinweise zum Frühjahrs-Check für Fahrzeuge und Transporter
    www.adac.de

    BG BAU / BGHM
    Prüfpflichten für Geräte, Leitern, PSA und Arbeitsmittel
    www.bgbau.de / www.bghm.de

    TÜV & DEKRA
    Informationen zu Fahrzeug- und Anhängerprüfungen
    www.tuev.de / www.dekra.de

    ZDH – Zentralverband des Deutschen Handwerks
    Praxisempfehlungen zu Betriebsorganisation und Saisonvorbereitung
    www.zdh.de

    Mittelstand-Digital / BMWK
    Beispiele für digitale Wartungsprozesse im Betrieb
    www.mittelstand-digital.de

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