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Familienfreundlichkeit und Handwerk

So lassen sich Familie und Beruf vereinbaren

Auf den Baustellen des Landes wird Tag für Tag angepackt – mit Know-how, Herzblut und Hands-on-Mentalität. Doch das Baugewerbe steht vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigender Termindruck und eine alternde Belegschaft verändern den Alltag vieler Betriebe. Inmitten dieses Wandels rückt ein Thema in den Fokus, das lange wenig Beachtung fand: Familienfreundlichkeit. Was früher als „nice to have“ galt, ist heute ein echter Standortvorteil im Wettbewerb um gute Leute.

>>Kurz gesagt:

Familienfreundlichkeit ist keine Kuschelmaßnahme, sondern ein zentraler Baustein moderner Arbeitskultur.

Familienfreundlichkeit – warum das Thema jetzt wichtig ist

Gesellschaftlich verändert sich gerade viel: Väter nehmen Elternzeit, Mütter wollen nach der Geburt schnell wieder einsteigen, und immer mehr Menschen kümmern sich neben der Arbeit um pflegebedürftige Angehörige. Gleichzeitig wünschen sich Beschäftigte planbare Arbeitszeiten und Verständnis für private Verpflichtungen. Und genau hier kann das Handwerk punkten. Denn während große Konzerne mit Kita-Zuschüssen oder HR-Programmen werben, haben speziell kleine und mittlere Betriebe etwas, das unbezahlbar ist: Nähe, Vertrauen und kurze Wege. Wer sich kennt, kann Lösungen finden – oft pragmatischer, als man denkt.

Vereinbarkeit im Handwerk: Was heißt das überhaupt?

Baustelle statt Büro, Kundendienst statt Homeoffice – Vereinbarkeit klingt im Handwerk auf den ersten Blick schwierig. Doch viele Betriebe zeigen, dass es geht. Und zwar nicht, indem sie alles auf den Kopf stellen, sondern indem sie Flexibilität dort schaffen, wo es wirklich zählt. Ein paar Beispiele aus der Praxis:

  • Rund 40 % der Handwerksbetriebe nutzen bereits Arbeitszeitkonten, fast 70 % bieten Teilzeitmodelle an.
  • Kleine Teams ermöglichen individuelle Lösungen – wer sich kennt, kann leichter aufeinander Rücksicht nehmen.
  • Auch in der Ausbildung entstehen neue Wege: Teilzeitmodelle oder gestreckte Lehrzeiten eröffnen jungen Eltern Perspektiven.
  • Pflegezeiten rücken zunehmend in den Fokus – auch hier braucht es flexible und menschliche Lösungen.

Vereinbarkeit bedeutet also nicht automatisch „Homeoffice für alle“, sondern den Betrieb so zu gestalten, dass Arbeit und Leben besser zusammenspielen. Natürlich läuft das nicht von allein. Viele Handwerksbetriebe stehen vor denselben Fragen: Wie organisieren wir Einsätze, wenn jemand wegen kranker Kinder ausfällt? Wie lässt sich Teilzeit mit Kundenaufträgen verbinden? Und lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt? Die Antwort ist: ja. Der Aufwand zahlt sich doppelt aus – in Mitarbeiterbindung und Motivation. Der Schlüssel liegt darin, Schritt für Schritt passende Maßnahmen zu finden. Denn wer auf Familienfreundlichkeit baut, sichert seine Zukunftsfähigkeit:

  • Mitarbeitende, die sich verstanden fühlen, bleiben dem Betrieb treu.
  • Familienfreundlichkeit stärkt das Betriebsklima und reduziert Fehlzeiten.
  • Sie steigert die Attraktivität des Handwerks für Nachwuchs und Quereinsteiger – ein entscheidender Punkt im Wettbewerb um Fachkräfte.

Fünf praxisnahe Ansatzpunkte

Flexible Arbeitszeitmodelle

Gleitzeit, Teilzeit, Zeitkonten – jedes Modell kann helfen, Engpässe zu überbrücken. Kleine Betriebe haben hier den Vorteil, schnell reagieren zu können.

Tipp: Zeitkonten ermöglichen, Plus- und Minusstunden flexibel auszugleichen – Gold wert bei familiären Notfällen.

Digitale Entlastung

Planung, Angebotserstellung oder Buchhaltung lassen sich heutzutage digital erledigen – mit dem richtigen Equipment auch von zu Hause.

Tipp: Prüfen, welche Tätigkeiten digital machbar sind, und Mitarbeitenden die passende Ausstattung bieten.

Teilzeit-Ausbildung & Wiedereinstieg

Ob junge Eltern oder Rückkehrende nach Pflegezeiten – Teilzeitmodelle sichern Know-how und Motivation.

Tipp: Ausbildungskonzepte individuell gestalten – etwa durch gestreckte Lehrzeiten oder flexible Tage.

Familienfreundliche Unternehmenskultur

Regelmäßige Gespräche, Vertrauen und Transparenz sind das Fundament. Wenn alle wissen, woran sie sind, lassen sich Lösungen leichter finden.

Tipp: Feste Ansprechpartner und offene Kommunikation fördern das Miteinander – und stärken das Wir-Gefühle.

Vernetzung und Unterstützung

Kooperationen mit Kitas, Tagesmüttern oder Pflegediensten entlasten Mitarbeitende spürbar.

Tipp: Lokale Netzwerke nutzen und Informationen aktiv bereitstellen – oft hilft schon ein kleiner Impuls.

Checkliste: In acht Schritten zu mehr Familienfreundlichkeit

  • Status analysieren – was brauchen die Mitarbeitenden?
  • Arbeitsmodelle anpassen – Zeitkonten, Gleitzeit, Teilzeit.
  • Digitale Potenziale nutzen – Planung, Verwaltung, Angebote.
  • Ausbildung flexibler gestalten – Teilzeit oder verlängerte Lehrzeit.
  • Unternehmenskultur pflegen – Vertrauen, Feedback, Kommunikation.
  • Netzwerke einbeziehen – Kitas, Pflegedienste, Kammern.
  • Erfolge messen – Zufriedenheit, Fehlzeiten, Fluktuation.
  • Erfahrungen teilen – von anderen lernen, im Verbund wachsen.

„Family friendly“ als Erfolgsstrategie

Familienfreundlichkeit ist kein Selbstläufer – aber eine echte Win-win-Situation. Familienfreundliche Betriebe sind laut BMFSFJ langfristig erfolgreicher das heißt konkret weniger Fluktuation, geringere Krankenstände, höhere Motivation. Im Baugewerbe kommt ein weiterer Faktor dazu: Image.

Wer sich als moderner, mitarbeiterorientierter Betrieb positioniert, gewinnt nicht nur Fachkräfte, sondern auch einen Kundenstamm, der solche Werte schätzt.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Bessere Mitarbeiterbindung – weniger Fluktuation, geringere Einarbeitungskosten.
  • Höhere Motivation – zufriedene Mitarbeitende bringen bessere Leistung.
  • Attraktivität im Wettbewerb – Familienfreundlichkeit zieht Nachwuchs und Rückkehrende an.
  • Positives Arbeitgeber-Image – sympathische Arbeitgeber gewinnen nicht nur Fachkräfte, sondern auch Kunden.

Fazit: Zukunft bauen mit Familienfreundlichkeit

Der Fachkräftewettbewerb verschärft sich weiter – und die junge Generation achtet stärker auf Sinn, Kultur und Balance. Für das Handwerk bedeutet das: Wer Familienfreundlichkeit strategisch angeht, sichert nicht nur Fachkräfte, sondern gestaltet Zukunft. Kleine und mittlere Betriebe können dabei echte Vorbilder sein: mit kurzen Entscheidungswegen, Herzblut und individueller Gestaltungskraft. Denn manchmal sind es die kleinen Gesten, die den Unterschied machen – ein freier Nachmittag, wenn das Kind eingeschult wird, oder das Verständnis, wenn Pflegezeit nötig ist. Wer Vereinbarkeit von Familie und Beruf dabei nicht als fertiges Konzept, sondern lebendigen Prozess versteht, kann selbst mit kleinen Schritten einen großen Unterscheid machen. Für Mitarbeitende, Familien und das Handwerk von morgen.

Tipp: Viele Kammern und Innungen bieten kostenlose Erstberatungen oder Checklisten zum Thema „Familienfreundlichkeit im Handwerk“ an – oft gefördert durch das BMFSFJ oder das Netzwerkbüro Erfolgsfaktor Familie.

Weiterführende Links

Broschüre: Familienfreundlichkeit im Handwerk – Erfolgsfaktor für Betriebe
Kompendium zu Best Practices, Nutzenargumenten und Fördermöglichkeiten für Handwerksbetriebe. (Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) / Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“) >> erfolgsfaktor-familie.de

Leitfaden: Familienfreundliche Maßnahmen im Handwerk (2010)
Früher, aber weiterhin relevanter Überblick über flexible Arbeitsmodelle, Teilzeit-Ausbildung und Wiedereinstieg. (Fachkräfte sichern (BMAS / ifo Institut)) >> fachkraeftesicherer.de (PDF)

>>Hinweis:

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