Einnahmen erhöhen und Kosten senken - das möchte jedes Unternehmen. Und es ist ganz einfach: wer clever mit Energie haushaltet, spart bares Geld.

Energie ist teuer. Je nach Branche und Betrieb macht sie einen Großeil der monatlich anfallenden Kosten aus. Deswegen lohnt es gerade für Kleinbetriebe, genau hinzusehen und den Rotstift anzusetzen. Grundsätzlich gilt: Wer sparsam verbraucht und teure Energieträger durch preisgünstige Alternativen ersetzt, zahlt weniger. Das muss nicht immer die brandneue Solaranlage auf dem Dach sein. Schon kleine Änderungen bewirken Großes.

Ab zum Experten

Wirtschaftlich optimiertes Energiesparen erfordert auch in Kleinbetrieben ein durchdachtes Konzept. Genau wie ein Bauherr oder sanierungswilliger Hausbesitzer sollte auch der Firmenchef einen erfahrenen Energieberater zurate ziehen. Der Experte informiert individuell auf den jeweiligen Betrieb abgestimmt über aktuelle Fördermöglichkeiten und hilft dabei, Anträge zu stellen.

Bei der Festlegung eines energetischen Sparkonzeptes sind viele Fragen zu klären: Lohnt sich etwa die Investition in regenerative Energien? Das Firmendach z. B. muss einer leistungsfähigen Solaranlage entsprechend geneigt sein, seine Ausrichtung sich dafür eignen. Teuer zu stehen kommen einem Betrieb auch Lüftung, Klimatisierung und Heizung. Sie zu modernisieren kann auf Dauer wertvoll sein. Einen hohen Prozentsatz der Heizenergieverluste verursachen schlecht gedämmte Außenwände. Deswegen sollte die Gebäudehülle optimal wärmegeschützt sein. Ohnehin ist bei der Sanierung von Bauwerken, also auch Firmengebäuden, baulicher Wärmeschutz nach der geltenden Energieeinsparverordnung vorgeschrieben. Fenster und Dach dürfen dabei ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden – sie öffnen Kälte und Wärme Tür und Tor.

Mehr als nur heiße Luft

Auch in der Werkstatt lässt sich jede Menge Energie sparen – besonders im Betrieb von Maschinen. Bei Druckluftanlagen etwa kostet die Luft selbst nichts, der für sie notwendige Strom ziemlich viel. Auch defekte Ventile und Rohre, Verunreinigungen, Anschlussfehler oder mangelhafte Kompressoren-Regelungen fressen Energie.

Die regelmäßige Prüfung des Systems ist deshalb ebenso empfehlenswert wie ein Austausch nicht mehr energieeffizienter Technik. Viele Anlagen sind selbst clevere Energiequellen – wenn die ohnehin entstehende Wärme an den Kompressoren durch ein Wärmetauscher-System für Heizung oder Warmwasser genutzt wird.

So geht allen ein Licht auf

Ausreichende Beleuchtung gehört zur bedarfsgerechten Ausstattung des Arbeitsumfeldes. In der DIN 5035 "Innenraumbeleuchtung mit künstlichem Licht" sind die Richtwerte für verschiedene Arbeitsstätten angegeben. Bedarfsgerechte Beleuchtung bedeutet aber nicht, dass eine komplette Werkstatthalle stets in gleißendes Licht getaucht sein muss. Wichtig ist, dass alle Arbeitsplätze und Laufwege gut ausgeleuchtet sind.

Viele Betriebe verwenden dafür immer noch energiezehrende konventionelle Glühlampen. Diese jedoch wandeln lediglich 5 % des Stroms in Licht um – der Rest geht als Wärme verloren. Eine Energiesparlampe ist in der Anschaffung zwar teurer, lebt aber länger als eine Glühbirne (10 000 gegenüber 1 000 Stunden) und spart bares Geld. Insbesondere bei einer Nutzung von über 500 Stunden lohnt die Umstellung.

Auch den Mitarbeitern eines Betriebs muss ein Licht aufgehen: Vorgesetzte wie Angestellte sollten stets energiebewusst handeln – nicht nur in der Werkstatt, sondern auch in Büro, Küche und auf dem stillen Örtchen.

Tricks und Tipps zum Energiesparen

  • Energiesparend lüften:
    Eine permanente Kippstellung kostet im Winter wertvolle Heizenergie. Effizienter ist Stoßlüften, wobei die Fenster der Räume mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten komplett geöffnet werden. Das verhindert ein Auskühlen der Räume.
  • Klimaanlage und Heizung effizient nutzen:
    Um Klimaanlage und Heizung nicht übermäßig zu beanspruchen, sollte die Raumtemperatur regelmäßig kontrolliert werden.
    Faustregel: Wer des Winters mit Pullover schwitzt und des Sommers in Hemdsärmeln friert, sollte Heizung oder Klimaanlage drosseln.
  • Lichtgebrauch prüfen:
    Oft brennt in Nebenräumen wie Flur, Toilette und Küche unnötig lange das Licht. Hier schaffen Bewegungsmelder und kurz getaktete Einschaltzeiten Abhilfe.
  • Abends abschalten:
    Elektrische Geräte verbrauchen auch im Stand-by-Modus Energie. Deshalb sollte beim Verlassen des Betriebs alles, was möglich ist, ausgeschaltet sein. Besonders praktisch sind hier Steckleisten mit einem Ein- und Ausschalter.
  • Beim Wort nehmen:
    Wird korrektes Verhalten im Umgang mit Energie schriftlich fixiert, etwa in einer Betriebsvereinbarung, ist es verbindlicher. Ein öffentlicher Aushang, zum Beispiel eine detaillierte Verbrauchsbilanz, motiviert und spornt zum Sparen an.

Weitere Informationen