Um Sie über aktuelle Entwicklungen unserer Branche auf dem Laufenden zu halten, fassen wir hier wichtige Informationen kurz für Sie zusammen.

Fördermöglichkeiten 2016: Wo der Staat noch besser unterstützt

Wo der Staat noch besser unterstützt

Das Jahr 2016 wartet mit einer Reihe von neuen und verbesserten Fördermöglichkeiten für Neubauten und Sanierungen auf. Ein Überblick.


Energieeffizient bauen

Zum 1. April wurde der Höchstbetrag für das KfW Förderangebot „Energieeffizient Bauen“ von 50 000 Euro auf 100 000 Euro je Wohneinheit angehoben. Gefördert werden beim Neubau im Rahmen dieses Programms die Bau- und Baunebenkosten (ohne Grundstückskosten) sowie die Kosten der Beratung, Planung und Baubegleitung und beim Kauf – der Kaufpreis inklusive Nebenkosten. Dies gilt für die bereits bestehenden Förderstandards KfW Effizienzhaus 55 und 40. Der KfW Standard Effizienzhaus 70 entfällt.

Effizienzhaus 40 Plus

Zusätzlich hat die KfW zum 1. April den Förderstandard Effizienzhaus 40 Plus eingeführt. Erreichen Bauvorhaben diese energetische Qualität, darf der Bauherr von der KfW auf Antrag einen Tilgungszuschuss in Höhe von 15 Prozent der Darlehenssumme erwarten, maximal 15 000 Euro pro Wohneinheit. Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass ein wesentlicher Teil des Energiebedarfs unmittelbar am Gebäude erzeugt und auch gespeichert wird.

Energieeffizient sanieren

Ebenfalls zum 1. April wurden im Rahmen des KfW Förderprogramms „Energieeffizient Sanieren“ der Förderkreditbetrag für KfW Effizienzhäuser pro Wohneinheit von
75 000 Euro auf 100 000 Euro sowie die Tilgungszuschüsse erhöht. Gefördert werden auch energieeffiziente Einzelmaßnahmen sowie Maßnahmen in Häusern, die zwischen 1995 und 2001 gebaut wurden. So gibt die KfW seit Januar Zuschüsse für den Heizungsaustausch und den Einbau von Lüftungsanlagen in Höhe von maximal 7500 Euro pro Wohneinheit.

Anreizprogramm Energieeffizienz

Das am 1. Januar gestartete Anreizprogramm Energieeffizienz verfolgt das Ziel, neue Innovations- und Investitionsimpulse für die Wärmewende im Heizungskeller zu geben. In diesem Zusammenhang wurden auch die Zuschüsse für Solarheizungen erhöht. Für den Austausch bzw. die solarthermische Modernisierung einer ineffizienten Altheizungsanlage erhalten Antragsteller einen Betrag von 20 Prozent des im Rahmen der MAP Richtlinie für die Installation der neuen Anlage bewilligten Zuschusses (ohne Optimierungsbonus). Für die Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz am Heizungssystem gibt es einen einmaligen Investitionszuschuss von 600 Euro.

10 000-Häuser-Programm

Das 10 000-Häuser Programm „Energie-BonusBayern“ unterstützt Eigentümer von selbst bewohnten Ein- und Zweifamilienhäusern im Rahmen der beiden Programmteile „EnergieSystemHaus“ und „Heizungstausch“ mit Fördergeldern bis maximal 18 000 Euro. Gefördert werden sowohl der Heizungstausch als auch energieeffiziente Neubauten und energetische Sanierungen.

Altersgerechtes Haus

Auch wer sein Eigenheim oder seine Wohnung altersgerecht und sicher umbauen möchte, darf sich über höhere Zuwendungen vom Staat freuen. Im Zuge des Programms „Altersgerechtes Haus“ leistet die KfW für Einbruchschutzmaßnahmen und die Barrierereduzierung 25 Prozent mehr Zuschüsse als bisher. Beim Standard „Altersgerechtes Haus“ werden 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen, maximal 6250 Euro pro Wohneinheit. Für Einzelmaßnahmen aus den Förderbereichen zur Barrierereduzierung gibt es 10 Prozent der förderfähigen Kosten, respektive bis zu 5000 Euro pro Wohneinheit. Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz werden mit 10 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst, maximal 1500 Euro pro Wohneinheit.

Energetische Stadtsanierung

Nicht zuletzt dürfen sich auch Entwickler größerer Siedlungen seit diesem Jahr über mehr Geld freuen. Beim Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“ werden integrierte Quartierskonzepte und das Sanierungsmanagement zur Umsetzung energetischer Maßnahmen bezuschusst.

Weitere Informationen erhalten Sie unter

www.kfw.de
www.bafa.de
www.energieatlas.bayern.de
www.energetische-stadtsanierung.info

 

 

ENEV 2016: Vor der Kür die Pflicht: Der Neubaustandard 2016

Vor der Kür die Pflicht: Der Neubaustandart 2016


Bausachverständige sind 2016 mehr denn je gefragt, was den Primärenergiebedarf der Anlagentechnik und den Wärmeschutz der Außenhülle betrifft: Die schrittweise EnEV-Verschärfung geht in die nächste Runde.
Wer beispielsweise noch im Jahr 2015 einen Bauantrag für ein von der KfW gefördertes  Wohnhaus nach KfW Effizienzhaus 70 gestellt hat, liegt damit 2016 nur noch im geforderten Mindestmaß.
Grund ist die Energieeinsparverordnung vom 1. Mai 2014, die ab 2016 die energetischen Anforderungen.
Das Ziel: die schrittweise Annäherung an die Richtlinie über die Gesamtenergie¬effizienz von Gebäuden der EU sowie die gesetzlichen Klimaschutzziele der Bundesregierung zu sichern. Das hat Folgen, nicht nur für die Kostenplanung in der Bauphase.
Für neue Wohnhäuser senkt die EnEV mit der angepassten Fassung den berechneten Höchstwert für den Jahres¬-Primärenergiebedarf um 25 Prozent und auch die Anforderungen an den Wärmeschutz der Bauhülle steigen: Insgesamt sind die Transemissionswärmeverluste um 20 Prozent zu vermindern. Werden die neuen Maßgaben nicht erfüllt, droht ein Bußgeld von bis zu 50 000 Euro (§ 27 Abs. 1).

Die Pflicht – ein Referenzgebäude setzt Standards

Zum einen ist eine deutliche Effizienz¬steigerung von Heiz, Warmwasser, Lüftungs¬ und Klimatechnik gefragt, doch auch Fenster, Außenwände, Dächer und Decken sind künftig besser zu dämmen. Selbst für Geschossdecken zu nicht be¬heizten Dachgeschossen besteht erstmals Dämmpflicht. Als Bezugsgröße gilt hier das sogenannte Referenzgebäude der EnEV 2014 – ein virtuelles Referenz Wohngebäude, das in Geometrie, Metrik, Nutzfläche sowie Ausrichtung exakt den Maßen der Planung entspricht. Ausschlaggebend für die Ausführung und die technische Ausstattung sind:


Die Wärmedurchgangskoeffizienten (die sogenannten U¬-Werte) der Bau¬teile Außenwand, Dach, Bodenplatte, Fenster und Außentüren

  • Der Wärmebrückenzuschlag für die genannten Außenbauteile
  • Der Bemessungswert für die Luftdichtheit der Gebäudehülle
  • Die Regeln für die Berücksichtigung des Sonnenschutzes
  • Die technische Ausstattung für Heizung, Warmwasser und Lüftung

Was bedeutet das letztendlich für den Primärenergiebedarf?

  • Wärmeverluste über die Gebäudehülle reduzieren
  • Interne Verluste über eine erhöhte Anlageneffizienz verringern
  • Regenerative Energien einsetzen oder anteilig erhöhen

Welche Auswirkungen hat das für den Transemissionswärmeverlust?

  • Stärke oder Qualität der eingesetzten Dämmung erhöhen
  • Ausschließlich hochwertige Wärmeschutzverglasungen einsetzen
  • Türen und Tore nur mit ausgewiesen hohem Wärmeschutz verbauen
  • Die Baukonstruktion verbessern, um Wärmebrücken zu minimieren

Die Kür – die Anforderungen der EnEV 2016 sicher erreichen

Der U-Wert bleibt das A und O bei der Planung der eingesetzten Bauteile. Mit den unten angegebenen Werten sind Bausachverständige – zumindest in den kommenden Jahren – auf der sicheren Seite. Doch die nächste Anpassungsstufe kommt bestimmt: Ab 2021 dürfen neue Häuser nämlich nur noch so viel Energie verbrauchen, wie sie selbst erzeugen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie z.B. unter www.enev-online.de und www.tuschinski.de/publikationen



Baukonjunktur: Starke Impulse - die Bauwirtschaft im Aufschwung

Die Bauwirtschaft blickt optimistisch in die Zukunft

Gerade die steigenden Investitionen im sozialen Wohnungsbau haben positiven Einfluss auf die öffentliche Bauwirtschaft. Doch ein Wiederaufschwung bringt auch Kosten auf sich.
Die Baubranche steht angesichts der Binnenwanderung und steigender Flüchtlingszahlen vor großen Herausforderungen, was die Umsetzung bezahlbaren Wohnraums betrifft.
Herausforderungen, die sich jedoch gleichzeitig positiv auf das Branchenwachstum auswirken, sofern Bund und Länder in der Lage sind, ihnen mit sinnvollen Maßnahmen zu begegnen.


Der Wohnungsbau als Investitionstreiber

Ein noch größeres Wachstum wird dem Wohnungsbau prognostiziert. Das liegt nicht allein an den niedrigen Langfristzinsen. Während der HDB und ZDB ein Wachstum von 5 Prozent voraussagen und dafür auch die zu erwartende Anzahl von 290 000 neuen Wohnungen zugrunde legen, fordern die  in der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ zusammengeschlossenen Verbänden sogar 400 000 neue Wohnungen pro Jahr.

Wie steht es um Wirtschaftsbau und öffentlichen Bau?

Generell wird in der deutschen Wirtschaft zu wenig in den Wirtschaftsbau investiert. Die Folge: Für diesen Sektor rechnen HDB und ZDB mit einer Stagnation auf einem Umsatzniveau von 35,7 Milliarden Euro.

SOKA-Bau zeigt sich optimistischer und bescheinigt der Industrie über die Wintermonate eine spürbare Stimmungsaufhellung, die Kapazitätsauslastung habe sich über den langfristigen Durchschnitt in Deutschland gesteigert – mit direktem Einfluss auf die Investitionszunahme. Gleichermaßen zuversichtlich zeigen sich die Verbände beim Thema öffentlicher Bau: Allein für 2016 ist mit einer 4-prozentigen Umsatzsteigerung auf 29,1 Milliarden Euro zu rechnen – Investitionen auf Landesebene im sozialen Wohnungsbau und steigenden Kommunalinvestitionen sei Dank.

Europa ist im Aufschwung – und kostet

Die Erholung in der Eurozone und eine niedrige Kosteninflation bei einem wettbewerbsfähigen Euro werden wie in der Infrastruktur-Investitionsplan der EU mit seinem Gesamtvolumen von 259 Milliarden Euro zu einer Zunahme der Investitionen führen, ist das Planungs- und Beratungsunternehmen Arcadis überzeugt.
Schon heute legt die Eurozone kräftig zu, was die Attraktivität und Bereitschaft zu Neuinvestitionen betrifft. Und das, obwohl die Kosten enorm sind: Allein sechs von zehn europäischen Metropolen rangieren im Ranking der relativen Baukosten weltweit an der Spitze.

Energieeinspar-Verordnung (EnEV) aktuell

EnEV fordert ab 2016 noch höheren Energie-Standard für Neubauten

Lt. EU-Richtlinie müssen Neubauten ab 2019 (öffentliche Gebäude) bzw. 2021 (alle übrigen Gebäude) in EU-Staaten einen Niedrigstenergie-Standard erfüllen. Dieser sieht einen gegen Null gehenden Energiebedarf vor, der nahezu komplett über erneuerbare Energien abgedeckt wird.

Um dieses Ziel zu erreichen, sieht die derzeit gültige EnEV 2014 für 2016 verschärftere Energieeinsparungen für Neubauten vor. Im Bereich der Anlagentechnik sollen weitere 25 %, im Bereich des Wärmeschutzes der Gebäudeaußenhülle sollen weitere 20 % des Primärenergiebedarfs eingespart werden.

 

Welche Neubauvorhaben sind davon betroffen?

  • Gebäude, für die erst in 2016 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige eingereicht wird
  • Genehmigungsfreie Bauvorhaben, die erst in 2016 ausgeführt werden

Gibt es Ausnahmen von der Verschärfung?

  • Bauvorhaben, die noch in 2015 per Bauantrag oder –anzeige beantragt, aber erst in 2016 ausgeführt werden
  • Genehmigungsfreie Bauvorhaben, die in 2015 begonnen wurden, aber erst in 2016 fertig gestellt werden
  • Neubau von Hallen mit einer Raumhöhe >= 4 m, Voraussetzung: dezentrale Versorgung über Gebläse- oder Strahlungsheizungen
  • Gebäude, für die die EnEV 2014 nicht zutrifft, z.B. Tierställe, Ferienhäuser, Kirchen etc.

 

Kann man sich von den Anforderungen der EnEV 2014 befreien lassen?

Wenn folgender Tatbestand vorliegt, kann man sich lt. § 25 der EnEV 2014 auf Antrag bei der zuständigen Baubehörde befreien lassen:

„…die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen. Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können.“

 

Quelle: § 25 EnEV 2014
Stand: Oktober 2015
ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.