Um Sie über aktuelle Entwicklungen unserer Branche auf dem Laufenden zu halten, fassen wir hier wichtige Informationen kurz für Sie zusammen.

ENEV 2016

Vor der Kür die Pflicht: Der Neubaustandart 2016

Bausachverständige sind 2016 mehr denn je gefragt, was den Primärenergiebedarf der Anlagentechnik und den Wärmeschutz der Außenhülle betrifft: Die schrittweise EnEV-Verschärfung geht in die nächste Runde.
Wer beispielsweise noch im Jahr 2015 einen Bauantrag für ein von der KfW gefördertes  Wohnhaus nach KfW Effizienzhaus 70 gestellt hat, liegt damit 2016 nur noch im geforderten Mindestmaß.
Grund ist die Energieeinsparverordnung vom 1. Mai 2014, die ab 2016 die energetischen Anforderungen an Neubauten erhöht und die Anforderungen an den aktuellen Stand der Technik anpasst.
Das Ziel: die schrittweise Annäherung an die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden der EU sowie die gesetzlichen Klimaschutzziele der Bundesregierung zu sichern. Das hat Folgen, nicht nur für die Kostenplanung in der Bauphase.
Für neue Wohnhäuser senkt die EnEV mit der angepassten Fassung den berechneten Höchstwert für den Jahres-Primärenergiebedarf um 25 Prozent und auch die Anforderungen an den Wärmeschutz der Bauhülle steigen: Insgesamt sind die Transemissionswärmeverluste um 20 Prozent zu vermindern. Werden die neuen Maßgaben nicht erfüllt, droht ein Bußgeld von bis zu 50 000 Euro (§ 27 Abs. 1).

Die Pflicht – ein Referenzgebäude setzt Standards

Zum einen ist eine deutliche Effizienzsteigerung von Heiz, Warmwasser, Lüftungs- und Klimatechnik gefragt, doch auch Fenster, Außenwände, Dächer und Decken sind künftig besser zu dämmen. Selbst für Geschossdecken zu nicht beheizten Dachgeschossen besteht erstmals Dämmpflicht. Als Bezugsgröße gilt hier das sogenannte Referenzgebäude der EnEV 2014 – ein virtuelles Referenz Wohngebäude, das in Geometrie, Metrik, Nutzfläche sowie Ausrichtung exakt den Maßen der Planung entspricht. Ausschlaggebend für die Ausführung und die technische Ausstattung sind:


Die Wärmedurchgangskoeffizienten (die sogenannten U-Werte) der Bauteile Außenwand, Dach, Bodenplatte, Fenster und Außentüren

  • Der Wärmebrückenzuschlag für die genannten Außenbauteile
  • Der Bemessungswert für die Luftdichtheit der Gebäudehülle
  • Die Regeln für die Berücksichtigung des Sonnenschutzes
  • Die technische Ausstattung für Heizung, Warmwasser und Lüftung

Was bedeutet das letztendlich für den Primärenergiebedarf?

  • Wärmeverluste über die Gebäudehülle reduzieren
  • Interne Verluste über eine erhöhte Anlageneffizienz verringern
  • Regenerative Energien einsetzen oder anteilig erhöhen

Welche Auswirkungen hat das für den Transemissionswärmeverlust?

  • Stärke oder Qualität der eingesetzten Dämmung erhöhen
  • Ausschließlich hochwertige Wärmeschutzverglasungen einsetzen
  • Türen und Tore nur mit ausgewiesen hohem Wärmeschutz verbauen
  • Die Baukonstruktion verbessern, um Wärmebrücken zu minimieren

Die Kür – die Anforderungen der EnEV 2016 sicher erreichen

Der U-Wert bleibt das A und O bei der Planung der eingesetzten Bauteile. Mit den unten angegebenen Werten sind Bausachverständige – zumindest in den kommenden Jahren – auf der sicheren Seite. Doch die nächste Anpassungsstufe kommt bestimmt: Ab 2021 dürfen neue Häuser nämlich nur noch so viel Energie verbrauchen, wie sie selbst erzeugen.

Weitere Informationen erhalten Sie z.B. unter www.enev-online.de und www.tuschinski.de/publikationen



Downloads

Weitere Informationen