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Starke Lösungen für heiße Projekte

Sicherheit, Materialschutz und digitale Hilfe auf der Sommerbaustelle

Sommer bedeutet Hochsaison im Handwerk, doch auch höhere Risiken. Wenn Temperaturen steigen, verändert sich der Baustellenalltag: Menschen geraten an Belastungsgrenzen, Maschinen verlieren Leistung, Materialien reagieren anders als gewohnt. Hinzu kommen häufigere Hitze- und Ozonwarnungen, plötzliche Gewitter und Extremwetterlagen. Wie Sommerbaustellen sicher, effizient und ohne Qualitätsverluste organisiert werden – mit einfachen Maßnahmen, durchdachten Prozessen und digitalen Warn-Tools, zeigt dieser Profiblick.

Die Zahl der Hitzetage über 30 Grad in Deutschland hat sich laut Deutschem Wetterdienst in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt. Für Handwerksbetriebe bedeutet das: mehr Stress für Mensch und Material. Hinzu kommt ein erhöhtes Unfallrisiko durch Müdigkeit, Flüssigkeitsmangel oder plötzlich auftretende Wetterumschwünge. Umso wichtiger ist es, Frühwarnsignale für steigende Sommer-Risiken ernst zu nehmen, Arbeitsabläufe flexibel anzupassen und Ausfallzeiten zu minimieren.

    >> Schon gewusst?

    Bereits kleine Änderungen, wie fest etablierte Pausenrituale oder ein zusätzlicher Schattentunnel, zeigen spürbare Wirkung: Laut DGUV sinkt die Hitzeermüdung bei Mitarbeitenden mit solchen Maßnahmen um 15 bis 20 Prozent.

    Safety first heißt: Mitarbeiter schützen. Immer.

    Das wichtigste Gut auf jeder Baustelle bleibt das Team. Hohe Lufttemperaturen, direkte Sonneneinstrahlung und Luftfeuchtigkeit beeinträchtigen Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. Sommerregeln, die im Betrieb existieren, müssen daher regelmäßig überprüft und an aktuelle Klimadaten angepasst werden.

    Praxis-Tipps für sichere Sommerarbeit:

    • Schattige Pausenbereiche einrichten
    • Arbeitszeiten auf die kühleren Morgenstunden verlegen
    • Ausreichend Trinkstationen einrichten
    • UV-Schutzkleidung und Kopfbedeckung bereitstellen
    • UV- und Ozonwerte täglich prüfen
    • Interne Alarm- und Kommunikationswege klar festlegen

    Faktencheck: Gesundheit und Sicherheit

    Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) berichtet, dass hitzebedingte Arbeitsunfälle ab 28 °Celsius um rund 25 Prozent zunehmen – besonders durch Erschöpfung, Konzentrationsverlust und Flüssigkeitsmangel.

    So wichtig wie der erste Kaffee: Der Klima-Morgencheck

    Digitale Frühwarnsysteme machen Sommerbaustellen planbarer und sicherer, indem sie Echtzeitinformationen zu Hitze, UV-Strahlung, Ozonwerten oder Windgeschwindigkeiten liefern.  Entscheidend ist dabei die Routine: Wer die Daten regelmäßig prüft, kann Arbeitszeiten, Materialeinsatz und Maschinensteuerung flexibel anpassen.

    Ein bewährtes Praxisbeispiel ist hier der „Morgencheck“: Vor Arbeitsbeginn überprüft das Team Temperaturprognosen, den UV-Index, Windstärken für Dach- und Fassadenarbeiten, Gewitterradar sowie Temperaturverläufe für empfindliche Materialien. Mittags-Updates ergänzen die Planung, da Gewitter häufig spontan auftreten.

    Maschinen unter Hitzestress

    Wer kennt’s nicht? Akkubetriebe Werkzeuge und Elektrowerkzeuge zeigen sich besonders empfindlich gegenüber Sommerhitze. Die Folge: Ladegeräte schalten sich ab, Akkus überhitzen und Motoren drosseln die Leistung. Tatsächlich zählt Überhitzung mittlerweile zu den häufigsten Sommerausfällen vor allem kleiner Maschinen. Eine strukturierte Organisation spart Kosten und verhindert ungeplante Baustopps.

    Schutzmaßnahmen sind einfach umzusetzen:

    • Geräte nie in direkter Sonne lagern – auch nicht auf dem Armaturenbrett im Auto
    • Überhitzte Akkus sofort abkühlen lassen
    • Ladegeräte in kühlen Räumen laden
    • Kontrollpausen bei Akkuwerkzeugen einplanen
    • Hitzeschutzhauben oder Schattenschirme nutzen

    Faktencheck: Technik im Stress

    Interne Umfragen kleiner Betriebe zeigen, dass bis zu 40 Prozent aller ungeplanten Ausfälle von Akku‑ oder Elektrowerkzeugen im Sommer durch Überhitzung verursacht werden – wenn diese nicht geschützt oder passend organisiert werden.

    Materialien richtig lagern und verarbeiten

    So wie Kälte die Verarbeitungseigenschaften von Baustoffen wie Kleber, Mörtel, Farben, Putz oder Estrich beeinflusst, ist Hitze ein häufiger Grund dafür, dass sich Trocknungszeiten verkürzen, Materialien schneller anziehen oder die Haftung sich ändert. Transport und Lagerung sind ebenfalls kritisch, da in geschlossenen Fahrzeugen in sehr heißen Phasen Temperaturen von bis zu 50 °Celsius und mehr erreicht werden können.

    Materialschutz verhindert Reklamationen bzw. Nacharbeiten

    • Lager- und Mischplätze beschatten und belüften
    • Transporte früh morgens durchführen
    • Verpackungen nach Gebrauch sofort verschließen
    • Wasser- und Mischverhältnisse genau einhalten
    • Probeflächen bei sensiblen Bauteilen anlegen
    • Mitarbeitende auf geänderte Trocknungszeiten hinweisen

    Faktencheck: Materialverarbeitung bei Hitze

    Eine Auswertung des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) ergab, dass bei sehr hohen Temperaturen Fehler in der Verarbeitung von Putzen, Klebern und Farben um bis zu 30 Prozent häufiger auftreten als unter gemäßigten Bedingungen.

    From dusk till dawn: Checkliste Sommerbaustelle

    Morgen – frischer Start

    • Kritische Arbeiten in kühlen Stunden beginnen
    • Temperaturen, UV-Index und Wetterwarnungen prüfen
    • Hitzeempfindliche Materialien prüfen (Trocken- und Abbindezeiten beachten)
    • Maschinen und Akkus kontrollieren, ggf. Schutzmaßnahmen vorbereiten

      Vormittag – konzentriert arbeiten

      • Materialverarbeitung planen und protokollieren
      • Kurze Trink- und Schattenpausen für das Team einlegen
      • Geräte-Check bei Akku- oder Elektrowerkzeugen durchführen

        Mittag – digitale Kontrolle und Erholung

        • „Morgencheck“ digital aktualisieren: Hitze, Gewitter, Wind, Ozon
        • Team hydratisieren, Schattenplätze nutzen
        • Auf Müdigkeitsanzeichen achten, Arbeitsabläufe anpassen

        Nachmittag – sichere Fortsetzung

        • Weniger hitzeempfindliche Arbeiten durchführen
        • Maschinenkontrollen wiederholen, Überhitzung vermeiden
        • Baustellenorganisation überprüfen: Materiallager, Transport, Mischplätze

        Abend – Abschluss und Vorsorge

        • Geräte, Maschinen und Material sichern
        • Restmaterial verschließen oder beschatten
        • Tagesabschluss dokumentieren, aus Fehlern lernen

          Bonus-Tipps:

          • Feste „Sommerfahrpläne“ kommunizieren
          • Notfallpläne für Gewitter, Starkregen oder UV-Index >8 bereithalten
          • Schatten- und Ruhezonen strategisch platzieren
          • Kurzchecks für Material, Maschinen, Team zwischendurch einplanen

          Fazit: Konsequenz ist der Sonnenschutz für jede Baustelle

          Sommerhitze, UV-Strahlung und Extremwetter sind auf Baustellen keine Randnotizen, sondern prägende Faktoren. Wer sein Team schützt, Maschinen clever einsetzt, Materialien richtig lagert und digitale Frühwarnsysteme nutzt, kann effizienter und sicherer arbeiten. Die Sommermonate bieten Chancen, den Baustellenalltag neu zu organisieren. Durch klare Regeln, bewusste Abläufe und digitale Unterstützung bleibt das Handwerk leistungsfähig – auch wenn das Thermometer Rekorde bricht.

          Quellen und weiterführende Informationen:

          Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

          Praxisempfehlungen zu Betriebsorganisation und Saisonvorbereitung
          www.zdh.de

          DGUV - Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

          Richtlinien zu Wartung, UVV-Prüfungen und Arbeitssicherheit
          www.dguv.de

          Deutscher Wetterdienst (DWD)

          Daten zu Hitze, Hitzetagen und Extremwetterlagen
          www.dwd.de

          Bau Magazin - Sommerhitze

          Tipps für sicheres Arbeiten auf Sommerbaustellen
          www.bau.bi

          BG BAU / BGHM

          Prüfpflichten für Geräte, Leitern, PSA und Arbeitsmittel
          www.bgbau.dewww.bghm.de

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